Weinheim, 01. April 2026.
Mit einer eindrucksvollen Vernissage feierte das Museum der Stadt Weinheim gleich zwei bedeutende Jubiläen: 40 Jahre Kunstförderverein Weinheim e.V. und 30 Jahre „Weinheimer Reiterin“. Unter dem Titel der Doppelausstellung „40 Jahre KFV – 400 Künstler/innen“ sowie „30 Jahre Weinheimer Reiterin – Sabina Grzimek is back!“ versammelten sich zahlreiche Gäste aus Kunst, Politik und Gesellschaft zu einem Abend voller Rückblicke, Begegnungen und künstlerischer Inspiration.

Eine Feier der Kontinuität und Leidenschaft
Der 1. Vorsitzende des Kunstfördervereins, Gerhard Berger, eröffnete den Abend mit einer bewegenden Jubiläumsrede. Er zeichnete die Entwicklung des Vereins nach – von seiner Gründung im Jahr 1986 bis hin zu einer Institution, die heute aus dem kulturellen Leben Weinheims nicht mehr wegzudenken ist.
Besonders gewürdigt wurden die Gründungsmitglieder Erika Heuser, Hans Georg Junginger und Wolfgang Zotz, die gemeinsam mit weiteren Weggefährten den Grundstein für eine bis heute andauernde Erfolgsgeschichte legten. Ebenso erinnerte Berger an den ehemaligen Oberbürgermeister Uwe Kleefoot, der die Bedeutung von Kunst früh erkannte und die Vereinsgründung maßgeblich unterstützte.
400 Künstler – eine beeindruckende Bilanz
Was einst mit einer ersten Gruppenausstellung begann, hat sich zu einer bemerkenswerten Plattform entwickelt: Über 400 Künstlerinnen und Künstler haben seitdem ihre Werke in Weinheim präsentiert. Mehr als 170 Ausstellungen zeugen von der kontinuierlichen Arbeit des Vereins.
Die Ausstellung im Museum dokumentiert diese Entwicklung eindrucksvoll – unter anderem mit Bannern, die vier Jahrzehnte Kunstgeschichte lebendig werden lassen. Besucherinnen und Besucher können darin nicht nur Meilensteine entdecken, sondern auch die Namen vieler beteiligter Künstler wiederfinden.
Die „Weinheimer Reiterin“ kehrt zurück
Ein besonderer Höhepunkt des Abends war die Würdigung der Künstlerin Sabina Grzimek, deren Skulptur „Weinheimer Reiterin“ seit 30 Jahren ein prägendes Kunstwerk im Stadtbild darstellt. Grzimek, die 1994 den ersten Kunstpreis des Vereins gewann, war persönlich anwesend – begleitet von ihrem Enkel.
Berger berichtete von einem Besuch in ihrem Berliner Atelier und schilderte eindrucksvoll, wie sehr die Künstlerin ihre Kunst lebt. Ihre Werke entstehen nicht nur – sie durchdringen ihren Alltag. Diese Authentizität ist es, die ihre Arbeiten so besonders macht.
Auch der Kunstgießer Marc Krepp, der die Bronze der „Weinheimer Reiterin“ fertigte, wurde für seinen Beitrag gewürdigt.



Sabina Grzimek und das Vermächtnis der „Weinheimer Reiterin“
Mit der „Weinheimer Reiterin“ schuf Sabina Grzimek vor 30 Jahren ein Werk, das weit über den Moment seiner Entstehung hinaus wirkt. Die Skulptur ist längst zu einem festen Bestandteil des Weinheimer Stadtbildes geworden – ein stilles, zugleich kraftvolles Symbol für Bewegung, Ausdruck und künstlerische Präsenz im öffentlichen Raum.
Grzimeks Arbeiten zeichnen sich durch eine besondere Sensibilität für Form, Haltung und Ausstrahlung aus. Ihre Figuren wirken nie statisch, sondern tragen stets eine innere Dynamik in sich – so auch die Reiterin, die bis heute eine bemerkenswerte Verbindung zwischen Kunst und Alltag herstellt.
Dass die Künstlerin nun, drei Jahrzehnte nach der Entstehung dieses ikonischen Werks, persönlich nach Weinheim zurückkehrt, verleiht der Ausstellung eine besondere Tiefe. Es ist nicht nur eine Hommage an ein bedeutendes Kunstwerk, sondern auch an eine Künstlerin, deren Schaffen von Kontinuität, Ausdrucksstärke und einer tiefen Verbundenheit zur eigenen Arbeit geprägt ist.
Kunst als gesellschaftliche Aufgabe
Ein zentrales Thema der Rede war die Verantwortung gegenüber der nächsten Generation. Der Kunstförderverein versteht sich nicht nur als Aussteller, sondern als Vermittler und Förderer – insbesondere für junge Menschen.
Mit Projekten wie dem Kunstpreis „Kunst for Future?!“ wurden Schülerinnen und Schüler gezielt angesprochen und ermutigt, ihre eigenen künstlerischen Wege zu gehen. Für Berger ist klar:
Kunst braucht Erfahrung – aber auch Vertrauen.
Ein lebendiger Ort der Begegnung
Die Vernissage zeigte eindrucksvoll, was den Kunstförderverein seit 40 Jahren ausmacht: Engagement, Offenheit und die Fähigkeit, Menschen zusammenzubringen. Ob bei Ausstellungen, offenen Ateliers oder Kunstreisen – stets ging es darum, Räume für Austausch und kreative Entwicklung zu schaffen.
Dank galt auch der Museumsleiterin Claudia Buggle und ihrem Team, die diese Ausstellung ermöglicht haben, sowie den zahlreichen Helferinnen und Helfern im Hintergrund.
Ein Abend, der nachwirkt
Nach der offiziellen Eröffnung hatten die Gäste Gelegenheit, die Ausstellung bei Gesprächen und einem Glas Sekt zu erkunden. Historische Kataloge, Kunstmagazine und Reprints der „Weinheimer Reiterin“ luden dazu ein, die Geschichte des Vereins auch mit nach Hause zu nehmen.
Diese Doppelausstellung ist mehr als ein Rückblick – sie ist ein Ausblick. Ein Ausblick auf eine Zukunft, in der Kunst weiterhin ihren festen Platz in der Gesellschaft hat.
Oder, wie es an diesem Abend spürbar wurde:
Kunst lebt – durch die Menschen, die sie schaffen, fördern und erleben.




