Die Entscheidung ist gefallen – und sie fiel deutlicher aus, als viele Beobachter erwartet hatten: Michael Möslang ist neuer Oberbürgermeister von Weinheim. Mit 58,2 Prozent der Stimmen setzte sich der 42-jährige CDU-Kommunalpolitiker am Sonntagabend in der Stichwahl gegen seine Mitbewerberin Alexandra Kriegel (SPD) durch, die auf 41,8 Prozent kam.
Im Großen Sitzungssaal des Weinheimer Rathauses wurde das Wahlergebnis mit Spannung erwartet. Als die Zahlen schließlich feststanden, brandete minutenlanger Applaus auf. Jubel, Erleichterung und bewegte Gesichter prägten den Abend.
„Mit Respekt und Demut“ – Bewegende Worte des neuen OB
Sichtlich emotional trat Michael Möslang nach seiner Wahl vor die Menschen im Rathaus. Seine ersten Worte waren geprägt von Dankbarkeit und Verantwortung. Er nehme das Ergebnis „mit Freude, aber auch mit Respekt und Demut“ an, sagte der frisch gewählte Oberbürgermeister.
Es waren keine großen politischen Kampfansagen, sondern persönliche und verbindende Worte, die den Abend bestimmten. Möslang versprach, das Amt „mit ganz viel Herzblut“ auszufüllen und Oberbürgermeister für alle Weinheimerinnen und Weinheimer zu sein – auch für jene, die ihm ihre Stimme nicht gegeben haben.
Gerade diese versöhnlichen Töne kamen bei vielen Gästen gut an. Nach einem intensiven Wahlkampf sendete der neue Rathauschef damit ein starkes Signal des Zusammenhalts.
Feierliche Stimmung in der Ullmer Kapelle
Nach dem offiziellen Wahlergebnis zog es Michael Möslang gemeinsam mit Unterstützern, Freunden und Wegbegleitern weiter in die Ullmer Kapelle. Dort wurde bis in den Abend hinein gefeiert. Die Stimmung war gelöst, emotional und voller Aufbruchsstimmung.
Immer wieder wurde auf den Wahlsieg angestoßen, viele Gäste suchten das persönliche Gespräch mit dem neuen Oberbürgermeister. Zwischen Glückwünschen, Umarmungen und Erinnerungsfotos wurde deutlich: Für viele seiner Unterstützer geht mit diesem Wahlsieg ein lange erhoffter politischer Wechsel einher.
Alexandra Kriegel zeigt Größe – und feiert trotz Niederlage Geburtstag
Auch bei Alexandra Kriegel wurde der Wahlabend emotional – wenn auch auf andere Weise. Die SPD-Kandidatin verfolgte das Ergebnis gemeinsam mit Unterstützern im „La Cuvée“. Besonders bemerkenswert: Kriegel hatte am Wahltag Geburtstag.
Trotz der Enttäuschung über die Niederlage zeigte sie Größe und Fairness. Sie gratulierte Michael Möslang direkt zum Wahlsieg und sprach von einem intensiven und kräftezehrenden Wahlkampf.
Gleichzeitig bedankte sie sich ausdrücklich bei allen Menschen, die ihr in den vergangenen Wochen Vertrauen, Unterstützung und Zuspruch entgegengebracht hatten. Diese Rückendeckung bedeute ihr sehr viel, betonte sie am Abend.
Im „La Cuvée“ wurde deshalb nicht nur über Politik gesprochen. Zwischen Geburtstagsglückwünschen, Gesprächen und nachdenklichen Momenten entstand eine besondere Atmosphäre – geprägt von Dankbarkeit, Zusammenhalt und Respekt.
Ein Politiker mit Erfahrung und klarer Haltung
Michael Möslang bringt viel kommunalpolitische Erfahrung mit nach Weinheim. Der Diplom-Verwaltungswirt ist seit 2015 Bürgermeister der Gemeinde Linkenheim-Hochstetten bei Karlsruhe. Unterstützt wurde er im Wahlkampf von den bürgerlichen Parteien und Listen der Stadt.
Doch an diesem Abend stand weniger die Parteipolitik im Mittelpunkt als vielmehr die Zukunft Weinheims. Viele Bürgerinnen und Bürger verbinden mit Möslangs Wahl die Hoffnung auf neue Impulse, Stabilität und Bürgernähe.



Familie, Heimat und ein neuer Lebensabschnitt
Zu den ersten Gratulanten gehörten neben zahlreichen Unterstützern auch seine Frau Manuela, Weinheims Erster Bürgermeister Andreas Buske sowie Landrat Manuel Just. Besonders emotional wurde es, als Möslang über seine Familie sprach.
Bereits im kommenden Jahr möchte die Familie vollständig nach Weinheim ziehen – passend zum Schulwechsel seiner Tochter auf eine weiterführende Schule. Damit wird aus dem neuen Oberbürgermeister nicht nur politisch, sondern auch privat ein echter Weinheimer.
Niedrige Wahlbeteiligung bleibt ein Wermutstropfen
Trotz des klaren Ergebnisses bleibt ein Wermutstropfen: Die Wahlbeteiligung lag bei lediglich 41 Prozent und damit sogar noch unter dem ersten Wahlgang Anfang Mai.
Möslang nutzte seinen ersten Auftritt deshalb auch, um die Bedeutung demokratischen Engagements hervorzuheben. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Spannungen sei es wichtiger denn je, sich einzubringen und wählen zu gehen.
Weinheim blickt nach vorne
Mit Michael Möslang beginnt für Weinheim nun ein neues Kapitel. Die Stadt an der Bergstraße bekommt einen Oberbürgermeister, der Erfahrung, Sachlichkeit und persönliche Nähe miteinander verbinden möchte.
Wann genau der Amtsantritt erfolgt, steht noch nicht endgültig fest. Möslang deutete jedoch an, seine neue Aufgabe möglicherweise bereits Anfang August übernehmen zu können. Gleichzeitig bat er um Verständnis dafür, seine bisherige Arbeit in Linkenheim-Hochstetten „sauber abzuschließen“.
Der Wahlabend in Weinheim zeigte vor allem eines: Demokratie lebt von Menschen, die sich engagieren – und von Kandidaten, die sich trotz harter Auseinandersetzungen mit Respekt begegnen. Genau dieses Gefühl prägte diesen besonderen Abend in Weinheim.




