Weinheimer DRK im Einsatz bei „Imola in Musica“: Partnerschaft wird gelebt

Weinheimer DRK-Sanitäter unterstützten beim Musikfestival „Imola in Musica“ ihre italienischen Kollegen. Eine Partnerschaft, die Grenzen überwindet.

Was vor einem Jahr auf dem Papier begann, ist inzwischen gelebte Freundschaft: Der DRK-Ortsverein Weinheim und das Italienische Rote Kreuz in der Partnerstadt Imola unterstützen sich nicht nur organisatorisch, sondern auch ganz praktisch im Einsatz. Nach dem Besuch italienischer Rotkreuzkräfte bei der Weinheimer Kerwe waren nun Weinheimer Sanitäter beim großen Musikfestival „Imola in Musica“ im Einsatz.

Das Festival lockt seit 1996 Musikfans mit einem kostenlosen und vielfältigen Konzertprogramm in die italienische Stadt. Mehrere Bühnen verteilen sich über das Stadtgebiet – entsprechend groß ist auch die Herausforderung für die Sanitätsdienste.

Für die Weinheimer Delegation begann die Reise am Freitagmorgen. Bereitschaftsleiterin Stefanie Stiller, Vorstandsmitglied Luca Panizzo, JRK-Gruppenleiterin Teresa Stohner und der Ortsvereinsvorsitzende Prof. Dr. Rudolf Large machten sich auf den rund zwölfstündigen Weg nach Imola. Für drei der vier Weinheimer war es nicht der erste Besuch in der Partnerstadt. Diesmal waren sie allerdings nicht als Vereinsvertreter unterwegs, sondern als aktive Einsatzkräfte.

„Dieses Mal treten wir nicht als offizielle Vereinsvertreter die Reise an, sondern als aktive Einsatzkräfte der Bereitschaft Weinheim“, erklärte Large.

Gemeinsam im Einsatz – über Grenzen hinweg

Nach der Ankunft wurde die Gruppe herzlich vom italienischen Roten Kreuz unter Leitung von Präsident Alessandro Brunori empfangen. Bevor der erste Sanitätsdienst begann, standen noch einige gemeinsame Erlebnisse auf dem Programm – unter anderem ein Ausflug nach Castel Del Rio, ein Besuch des dortigen Kriegsmuseums sowie ein Abstecher zur berühmten Rennstrecke von Imola.

Am Abend wurde es dann ernst: Nach Lagebesprechung und gemeinsamem Abendessen machte sich die deutsch-italienische Einsatzmannschaft mit drei Fahrzeugen auf den Weg zur Piazza Matteotti. Dort stand ein Konzert der bekannten italienischen Sängerin Levante auf dem Programm. Der Platz füllte sich bis auf den letzten Platz.

Für die Sanitäter bedeutete das: aufmerksam sein und im Ernstfall schnell reagieren. Die bei einer Veranstaltung dieser Größenordnung erwartbaren medizinischen Notfälle wurden von den gemischten Teams routiniert bewältigt.

Gegen ein Uhr nachts war der Einsatz beendet.

Dabei zeigte sich auch, dass die Zusammenarbeit trotz unterschiedlicher Ausrüstung und Einsatzabläufe problemlos funktioniert. „Es gibt durchaus Unterschiede beim Material und in der Einsatztaktik. Trotzdem arbeiteten alle Hand in Hand, denn jeder weiß, was zu tun ist“, fasste Stefanie Stiller ihre Erfahrungen zusammen.

Eine besondere Ehrung für Alessandro Brunori

Der erste gemeinsame Einsatzabend hielt noch eine besondere Überraschung bereit. Prof. Dr. Rudolf Large, der seine Ansprache auf Italienisch hielt, ernannte Alessandro Brunori für seine besonderen Verdienste um die deutsch-italienische Kooperation zum Ehrenmitglied des DRK-Ortsvereins Weinheim.

Brunori zeigte sich sichtlich bewegt und bedankte sich – wie er selbst sagte – mit einem „Frosch im Hals“ für die außergewöhnliche Ehrung. Die Ehrenmitgliedschaft wird beim Weinheimer Ortsverein nur sehr selten verliehen. Bisher gehören unter anderem Uwe Kleefoot, Bärbel Fietz und Otfried Ramdohr zu diesem Kreis.

Freundschaft, die über den Sanitätsdienst hinausgeht

Auch am Sonntag blieb Zeit für Begegnungen. Nach einem gemeinsamen Gottesdienst in der Imolaer Kathedrale ging es in die Nachbarstadt Faenza. Dort trafen die Weinheimer Vertreter auf das örtliche Rote Kreuz und besuchten gleichzeitig das bekannte Keramikfestival „Argillà Italia“.

Dabei kam es zu einer besonderen Begegnung: Die Weinheimer trafen jene Künstlerin wieder, die den Keramik-Pinienzapfen gefertigt hatte, den die italienischen Rotkreuzkameraden bei ihrem ersten Besuch in Weinheim überreicht hatten. Das besondere Kunstwerk trägt die Namen beider Schwesterorganisationen und steht damit sinnbildlich für die Verbindung zwischen Weinheim und Imola.

Am Abend folgte bereits der zweite Sanitätsdienst bei „Imola in Musica“. Diesmal blieb es aufgrund des geringeren Besucherandrangs vergleichsweise ruhig. Für Teresa Stohner gab es dennoch einen schönen Moment: Sie hatte bereits bei der Weinheimer Kerwe Freundschaft mit ihrer italienischen Kameradin Alesia geschlossen. Auch in Imola bildeten die beiden wieder ein gemeinsames Einsatzteam.

Für Luca Panizzo ist genau das der Kern der Partnerschaft: „Als Italiener bin ich zufrieden und stolz, dass ich zu diesem fruchtbaren Austausch beitragen konnte. Die Werte des Roten Kreuzes führen uns zusammen und machen nicht an nationalen Grenzen halt.“

Weinheim und Imola: Eine Partnerschaft, die funktioniert

Nach dem gemeinsamen Wochenende fiel der Abschied schwer. Gleichzeitig war für alle Beteiligten klar: Dieser Austausch soll weitergehen.

Die Kooperation zwischen dem DRK Weinheim und dem Italienischen Roten Kreuz in Imola zeigt eindrucksvoll, wie aus einer offiziellen Vereinbarung echte Begegnungen entstehen können. Gemeinsame Einsätze, gegenseitige Unterstützung und persönliche Freundschaften machen aus einer Städtepartnerschaft mehr als nur einen Eintrag auf dem Papier.

Die nächsten Begegnungen in Weinheim und Imola sind deshalb bereits mit Vorfreude erwartet. Und eines dürfte sicher sein: Wenn deutsche und italienische Rotkreuzkräfte wieder gemeinsam unterwegs sind, wird nicht nur der Sanitätsrucksack gepackt – sondern auch ein Stück gelebte europäische Freundschaft mitgenommen.