Vernissage „Gitter und Struktur“

Dialog zwischen Zeichnung und Skulptur in der Volksbank Kurpfalz

Weinheim, 18. November 2025 – Gut besucht, atmosphärisch dicht und voller spannender künstlerischer Impulse: Die Galerie der Volksbank Kurpfalz eröffnete am Dienstagabend ihre neue Ausstellung „Gitter und Struktur“, die Werke der Berliner Künstlerinnen Heike Jeschonnek und Anna Arnskötter zusammenführt. Die Schau ist bis zum 16. Januar 2026 zu sehen.

Zwischen Nähe und Ferne: Die Papierwelten von Heike Jeschonnek

ie anwesende Künstlerin Heike Jeschonnek beeindruckte das Publikum mit ihren filigranen Arbeiten auf paraffingetränktem Papier. Durch diese besondere Technik wird das Papier selbst zum aktiven Akteur: ein lebendiger Partner, der mit Zeichnung und Material verschmilzt.

Ihre Werke oszillieren zwischen Transparenz und Verdichtung, zwischen Sichtbarkeit und Entzug. Die entstehenden Bildräume erinnern an poetische Landschaften, die gleichermaßen geheimnisvoll wie einladend wirken. Jeschonneks Kunst zeigt, wie ein uraltes Trägermedium in zeitgenössischer Form neu aufleuchten kann.

Zeitlose Elementarräume: Die Keramik von Anna Arnskötter

Künstlerin Anna Arnskötter konnte krankheitsbedingt nicht selbst anwesend sein, wurde jedoch von ihrem Mann würdig vertreten. Ihre Keramik- und Terrakottaarbeiten ergänzen Jeschonneks Zeichnungen mit kraftvollen, archaisch anmutenden Formen. Arnskötter erschafft „energetische Speicherräume“ – Gefäße, die Natur, Architektur und Tierwelt in sich tragen.

Ihre Objekte erinnern an Wasser- und Leuchttürme, an Wabenstrukturen oder Erdgänge. So entstehen zeitlose Räume, in denen Erde, Licht, Mensch und Natur miteinander in Beziehung treten.

Ein Abend der Verbindungen

Eröffnet wurde die Ausstellung von Klaus Stegmann, Vorstandsmitglied der Volksbank Kurpfalz. In seiner Ansprache zitierte er Wilhelm von Humboldt: „Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.“ Ein Satz, der die Stimmung des Abends und das Zusammenspiel der Künstlerinnen treffend widerspiegelte.

Anschließend gab Gerhard Berger, Vorsitzender des Kunstfördervereins Weinheim, einführende Worte. Der Verein kuratierte und installierte die Ausstellung – die vierte und letzte in diesem Jahr – und erhielt viel Lob für die stimmige Präsentation in den großzügigen Galerieräumen.

Harmonie zwischen Bild und Skulptur

Beim anschließenden Künstlergespräch wurde deutlich, wie stark die Werke der beiden Berliner Künstlerinnen miteinander korrespondieren. Die filigranen Strukturen der Zeichnungen und die kraftvollen Formen der Keramik erzeugen gemeinsam eine fast surreale, gleichzeitig sehr harmonische Welt. Auch farblich treten beide Positionen in einen spannenden Dialog.

Kulinarischer Abschluss

In entspannter Atmosphäre klang der Abend bei intensiven Gesprächen und Berliner-inspirierten Köstlichkeiten aus: serviert wurden Frikadellen und Kartoffelsalat mit Speck – ein liebevoller Gruß an die gemeinsame Herkunft der Künstlerinnen.


„Gitter und Struktur“ ist bis 16. Januar 2026 in der Galerie der Volksbank Kurpfalz in Weinheim zu sehen.