OB Kandidaten stellen sich den Fragen des Gewerbevereins Weinheim

Lebhafte Diskussion im Casino Club – Wirtschaft im Fokus der OB-Wahl

Weinheim, 26. März – Volles Haus im altehrwürdigen Casino Club: Rund 60 Gäste folgten der Einladung des Gewerbevereins Weinheim zu einer hochaktuellen Podiumsdiskussion mit den Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters. In einer rund zweistündigen, lebhaften, aber stets fair geführten Diskussion stellten sich sechs Bewerber den Fragen der lokalen Wirtschaft.

Mit dabei waren Michael Möslang, Alexandra Kriegel, Wolfram Bernhardt, Dr. Carsten Labudda, Marcel Fieger und Heiko Stilgenbauer.

Einführung und Moderation

Den Auftakt machte Roland Müller, Vorsitzender des Gewerbevereins Weinheim, der die Bedeutung einer starken lokalen Wirtschaft für die Zukunft der Stadt hervorhob. Die Moderation übernahm Gabi Schilling von Metropolregion.tv und dem Weinheim-Journal, die souverän durch den Abend führte und den Kandidaten gleichermaßen Raum für ihre Antworten gab.


Zentrale Themen: Wirtschaft, Bürokratie und Stadtentwicklung

Im Mittelpunkt standen konkrete Fragen zur wirtschaftlichen Entwicklung Weinheims und den Herausforderungen der kommenden Jahre. Die Kandidaten beschrieben ihre Ziele für die nächsten acht Jahre und machten deutlich, dass eine starke wirtschaftliche Basis als Fundament für die Stadtentwicklung gesehen wird. Dabei wurde immer wieder betont, wie wichtig die Unterstützung des Mittelstands und die Sicherung von Arbeitsplätzen sind.

Auch die Frage nach der Ausweisung neuer Gewerbeflächen wurde intensiv diskutiert. Während einige Kandidaten zusätzlichen Raum für notwendig halten, um Wachstum zu ermöglichen, verwiesen andere auf die Verantwortung gegenüber Umwelt und Flächenschutz und forderten eine sorgfältige Abwägung.

Besonders deutlich wurde die gemeinsame Haltung beim Thema Entbürokratisierung. Sowohl aus dem Publikum als auch von den Gewerbetreibenden kam die klare Forderung, dass Verwaltung gute Ideen nicht ausbremsen dürfe. Die Prozesse müssten einfacher, schneller und transparenter werden. Gleichzeitig wurde der Wunsch geäußert, dass die Stadtverwaltung stärker auf Unternehmen und Bürger zugeht und sich als Partner versteht.


Balance zwischen Interessen: Wirtschaft, Umwelt und Bürgerschaft

Ein zentraler Punkt der Diskussion war das Spannungsfeld zwischen wirtschaftlicher Entwicklung, Umweltaspekten und den Interessen der Bürgerinnen und Bürger. Die Kandidaten machten deutlich, dass es keine einfachen Lösungen gibt und dass es vor allem auf Dialog und Ausgleich ankommt.

In diesem Zusammenhang fiel auch ein Satz, der den Abend prägte: Als Bürgermeister müsse man dorthin gehen, wo es weh tut. Damit wurde unterstrichen, dass Konflikte nicht vermieden, sondern aktiv angegangen werden müssen.


Die Rolle des Oberbürgermeisters

Unterschiedliche Auffassungen gab es bei der Frage, wie die Rolle des Oberbürgermeisters zu verstehen ist. Während einige den Schwerpunkt stärker auf die Funktion als Verwaltungschef legten, sahen andere die Aufgabe vor allem in der politischen Gestaltung oder in der Vermittlung zwischen verschiedenen Interessen.

Im Verlauf der Diskussion wurde jedoch deutlich, dass die meisten Kandidaten das Amt als eine Kombination aus all diesen Rollen verstehen. Kommunikation, Bürgernähe und Transparenz wurden dabei als entscheidende Faktoren hervorgehoben. Auch die Bedeutung, demokratische Prozesse verständlich zu machen und aktiv zu erklären, wurde mehrfach betont.


Leerstand in der Innenstadt und Wirtschaftsförderung

Ein weiteres wichtiges Thema war der zunehmende Leerstand in der Innenstadt. Die Kandidaten sprachen sich dafür aus, neue Wege zu gehen, um die Attraktivität der Innenstadt zu steigern und Leerstände sinnvoll zu nutzen. Dabei ging es sowohl um kreative Nutzungskonzepte als auch um konkrete Unterstützung für Handel und Gastronomie.

Im Bereich der Wirtschaftsförderung wurde deutlich, dass es künftig noch stärker darauf ankommen wird, Unternehmen gezielt zu unterstützen und die Vernetzung innerhalb der lokalen Wirtschaft zu fördern. Die Erwartungen der Gewerbetreibenden sind dabei klar formuliert: weniger Bürokratie, mehr Offenheit und eine Verwaltung, die aktiv mitdenkt.


Fazit: Fairer Austausch – klare Erwartungen

Die Diskussion verlief durchweg sachlich, respektvoll und von gegenseitiger Fairness geprägt. Trotz unterschiedlicher Positionen blieb der Austausch konstruktiv und zielorientiert.

Metropolregion.tv hat die Veranstaltung aufgezeichnet. Damit haben alle Interessierten nun die Möglichkeit, sich selbst ein Bild von den Kandidaten, ihren Antworten und ihren Visionen für Weinheim zu machen. Denn letztlich liegt die Entscheidung bei den Bürgerinnen und Bürgern, wer künftig die Geschicke der Stadt lenken wird.