Heiße Tage, volle Straßen und eine gelungene LED-Illumination im Schlosspark
Die Weinheimer Altstadt hat an den ersten drei Tagen der Weinheimer Kerwe 2026 regelrecht gebrodelt. Rund 40.000 Menschen strömten am Kerwe-Wochenende in die Stadt und feierten bei hochsommerlichen Temperaturen weitgehend friedlich. Bis zum Montagabend werden insgesamt rund 50.000 Besucherinnen und Besucher beim größten Sommervolksfest an der Bergstraße erwartet.
Die Besucherzahlen wurden von der Stadt Weinheim, der Feuerwehr sowie von Veranstaltungsleiter und Sicherheitsberater Tim Remark geschätzt. Besonders voll war es im Gerberbachviertel, auf dem Marktplatz und rund um das Schloss.

Schlosspark-Illumination erstmals komplett mit LED
Ein besonderer Höhepunkt der diesjährigen Kerwe war die traditionsreiche Schlosspark-Illumination am Samstagabend. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit und der damit verbundenen Brandgefahr wurde die Veranstaltung erstmals vollständig auf LED-Leuchten umgestellt.
Die Entscheidung, die Illumination auf diese Weise trotzdem zu ermöglichen, kam bei den Besucherinnen und Besuchern ausgesprochen gut an. Zwischen 3.000 und 5.000 Menschen kamen am Samstagabend in den Schlosspark.
Auch Kerwevereinsvorsitzender Martin Schmitt zeigte sich begeistert: „Es war fantastisch und gar kein Unterschied zu sehen.“
Gemeinsam mit Oberbürgermeister Michael Möslang hatte Schmitt im Vorfeld die Entscheidung für die LED-Variante getroffen. Dem Kerweverein gelang es innerhalb weniger Tage, die technische Umstellung zu organisieren.
Auch im Kerwehaus und in den zahlreichen Straußwirtschaften herrschte beste Stimmung. Schmitt zog entsprechend ein positives Fazit: „Eine tolle Kerwe.“

Neue OB Michael Möslang erlebt seine erste Weinheimer Kerwe
Für Weinheims neuen Oberbürgermeister Michael Möslang war die Kerwe eine besondere Premiere. Nahezu die gesamte Zeit war der Rathauschef mitten im Kerwegeschehen unterwegs und zeigte sich von der Atmosphäre beeindruckt.
„Ich hatte ja schon sehr viel von diesem Fest gehört“, erklärte Möslang. Die Realität habe seine Erwartungen jedoch noch einmal übertroffen.
Besonders beeindruckt zeigte sich der Oberbürgermeister davon, wie die Weinheimerinnen und Weinheimer ihre Kerwe feiern und gleichzeitig als Gastgeber auftreten.
„Ich bin total begeistert davon, wie die Weinheimer feiern können und vor allem, wie wunderbare Gastgeber sie sind“, sagte Möslang.
Sein Dank galt allen Beteiligten: „Vielen Dank an alle, die dieses Fest möglich machen.“
Rund 70 medizinische Hilfeleistungen durch das DRK
Die hohen Temperaturen und die großen Menschenmengen stellten auch die Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hatte während der Kerwetage entsprechend viel zu tun.
DRK-Einsatzleiter Kevin Stiller meldete am Sonntagnachmittag rund 70 medizinische Hilfeleistungen. Vier Menschen mussten vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht werden.
Trotz der großen Besucherzahl blieb die Kerwe insgesamt jedoch ruhig.

Polizei: Zwei Einsätze wegen Auseinandersetzungen
Am späten Abend kam es an zwei Tagen zu Polizeieinsätzen. Ein Einsatz ereignete sich in der Grundelbachstraße, am Samstagabend kam es im Schlosshof zu Handgreiflichkeiten zwischen Kerwebesuchern.
Schwer verletzt wurde dabei niemand. Die Weinheimer Polizei bewertete die Vorfälle als für ein Fest dieser Größenordnung nicht außergewöhnlich.
Auch Feuerwehrkommandant Ralf Mittelbach und Veranstaltungsleiter Tim Remark zogen insgesamt ein positives Sicherheitsfazit.
„Insgesamt wurde fröhlich und friedlich gefeiert“, erklärte Remark.
Das von ihm entwickelte Sicherheitskonzept mit Zufahrtssperren und Security-Personal habe sich grundsätzlich bewährt.
Randalierer beschädigen Kerwerutsche
Für Ärger sorgte allerdings eine mutwillige Beschädigung der Kerwerutsche. Unbekannte zerstörten am Samstagabend die vom TÜV abgenommenen Rutschsperren.
Um die Sicherheit weiterhin zu gewährleisten, musste kurzfristig ein zusätzlicher Sicherheitsdienst engagiert werden, der über Nacht die Rutsche bewachte.
Probleme beim Kerwebus
Nicht ganz reibungslos verlief dagegen der Einsatz des Kerwebusses. Die Stadt hatte für die Kerwetage zusätzliche Fahrten beim Buslinienbetreiber DB Regiobus bestellt.
Vor allem bei den letzten Fahrten in Richtung Hohensachsen und Lützelsachsen kam es jedoch zu Ausfällen. Nach Angaben der Stadt wurde sie vom Busbetreiber über die Ausfälle nicht informiert.
Oberbürgermeister Michael Möslang reagierte am Samstagabend kurzfristig und beauftragte über die Stadt ein privates Taxiunternehmen. Damit konnten wartende Kerwegäste zumindest noch in die südlichen Ortsteile gebracht werden.
Woinemer Kerwemontag bildet den Abschluss
Am Montag geht die Weinheimer Kerwe traditionell in den „Woinemer Kerwemontag“ über. Für viele Weinheimerinnen und Weinheimer ist dieser Tag längst eine Art Feiertag.
Zahlreiche Geschäfte und auch die Stadtverwaltung bleiben geschlossen. Stattdessen steht das gemeinsame Feiern im Mittelpunkt.
Für die Kinder ist die Gerberbachregatta einer der Höhepunkte des Kerwemontags. Am Nachmittag begrüßt Oberbürgermeister Michael Möslang außerdem erstmals seine Kolleginnen und Kollegen aus der Region zum traditionellen Bürgermeister-Rundgang.
Die Straußwirtschaften und der Rummel bleiben bis in die Nacht geöffnet.
Weinheimer Kerwe 2026 zieht positives Fazit
Nach den ersten Kerwetagen fällt die Bilanz damit überwiegend positiv aus: Rund 40.000 Menschen feierten in den ersten Tagen in Weinheim, die Schlosspark-Illumination konnte trotz der schwierigen Wetter- und Brandschutzsituation stattfinden und das Sicherheitskonzept bewährte sich.
Für Oberbürgermeister Michael Möslang war die erste Kerwe in seiner neuen Funktion zugleich ein eindrucksvoller Einblick in eine der wichtigsten Traditionen der Stadt.
Die Weinheimer Kerwe zeigte einmal mehr, warum sie zu den größten und beliebtesten Volksfesten der Bergstraße gehört: Tradition, Geselligkeit, Musik, Fahrgeschäfte und vor allem die Menschen machen die Kerwe zu einem besonderen Fest.




