Ein besonderer Erlebnisraum für Kinder und Jugendliche entsteht durch Spenden
Pilgerhaus Weinheim hat den „Erlebnisraum am Berg“ offiziell eingeweiht. Rund 80.000 Euro flossen in die naturnahe Spiel- und Erlebnisfläche, die jungen Menschen Raum für Bewegung, Kreativität und gemeinsames Lernen bietet.
Klettern, balancieren, entdecken und gemeinsam Abenteuer erleben: Der Märchenwald auf dem Gelände des Pilgerhauses Weinheim ist weit mehr als ein gewöhnlicher Spielplatz. Mit dem neuen „Erlebnisraum am Berg“ ist ein naturnaher Lern- und Begegnungsort entstanden, der Kindern und Jugendlichen vielfältige Möglichkeiten eröffnet, ihre eigenen Fähigkeiten zu entdecken und weiterzuentwickeln. Nach sechs Wochen Bauzeit wurde das Projekt im Herbst offiziell eingeweiht. Möglich wurde die Umsetzung vor allem durch das Engagement zahlreicher Spender und Unterstützer aus der Region.
Vom gemeinsamen Projekt zum naturnahen Erlebnisraum
Dass der Märchenwald nicht einfach nur eine neue Spielfläche werden sollte, zeigte sich bereits während der Planungsphase. Die späteren Nutzerinnen und Nutzer wurden von Anfang an in die Gestaltung eingebunden. Ein schönes Beispiel dafür ist ein Skulpturen-Workshop an der Peter-Koch-Schule, dem staatlich anerkannten privaten sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung.
Jonas und Mia gehörten zu den Jugendlichen, die selbst Hand anlegten. Sie bogen Eisenstäbe, umwickelten diese mit Draht und stellten gemeinsam mit anderen den Unterbau für Betonskulpturen her. Begleitet wurden sie dabei von der Heidelberger Firma „die Werkstatt“, die das Projekt sowohl handwerklich als auch pädagogisch unterstützte.
Aus diesen kreativen Arbeiten entstanden vier Betonskulpturen, die heute den Märchenwald schmücken. Sie stehen sinnbildlich für den Gedanken, junge Menschen nicht nur als Nutzer eines solchen Angebots zu sehen, sondern sie aktiv an dessen Entstehung zu beteiligen.



Klettern, balancieren und eigene Grenzen entdecken
Auf dem Hanggelände am Rande des Pilgerhauses ist ein abwechslungsreicher Spiel- und Abenteuerbereich entstanden. Kletterelemente, eine Wackelbrücke, der Rapunzelturm und weitere Bewegungsangebote laden dazu ein, die Umgebung auf eigene Faust zu erkunden.
Dabei geht es um weit mehr als Spiel und Spaß. Kinder und Jugendliche können ihre motorischen Fähigkeiten trainieren, Herausforderungen meistern und Selbstvertrauen entwickeln. Gleichzeitig fördert das gemeinsame Erleben soziale Kompetenzen, Kreativität und gegenseitige Rücksichtnahme.
Der naturnahe Charakter des Geländes schafft dafür einen besonderen Rahmen. Der Märchenwald fügt sich in den pädagogischen Auftrag des Pilgerhauses ein, das Kinder, Jugendliche, Familien sowie Menschen mit und ohne Behinderungen begleitet und individuelle Entwicklung und gesellschaftliche Teilhabe unterstützt.
80.000 Euro Investition – Spenden machen das Projekt möglich
Die Neugestaltung des Märchenwaldes war mit einer Investition von rund 80.000 Euro verbunden. Der überwiegende Teil der Finanzierung wurde durch Spenden ermöglicht.
Einen entscheidenden Impuls gab die Hector Stiftung Weinheim. Sie war von der Projektidee und dem entwickelten Konzept überzeugt und stellte 50.000 Euro zur Verfügung. Diese großzügige Unterstützung bildete die finanzielle Grundlage, um die Planungen voranzubringen und weitere Unterstützer zu gewinnen.
Auch die Rhein-Neckar Löwen engagierten sich für das Vorhaben. Im Rahmen eines sogenannten Löwenherz-Spieltags kamen insgesamt 13.500 Euro für das Märchenwald-Projekt zusammen.
Darüber hinaus beteiligten sich zahlreiche Privatpersonen. Einige nutzten beispielsweise ihren Geburtstag, um im Freundes- und Bekanntenkreis Spenden für das Pilgerhaus zu sammeln.
Das Ergebnis zeigt eindrucksvoll, was entstehen kann, wenn Stiftungen, Unternehmen und Privatpersonen gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Warum Spenden für soziale Einrichtungen so wichtig sind
Die Finanzierung sozialer Einrichtungen deckt in erster Linie die grundlegenden Aufgaben und Angebote ab. Für zusätzliche Projekte, innovative Ideen und individuelle Fördermaßnahmen fehlen jedoch häufig die notwendigen finanziellen Spielräume.
Genau hier kommen Spenden ins Spiel. Sie ermöglichen es Einrichtungen wie dem Pilgerhaus, über die regulären Angebote hinaus neue Wege zu gehen und besondere Lern- und Erlebnisräume zu schaffen.
Uwe Gerbich-Demmer, Vorstand des Pilgerhauses Weinheim, unterstreicht die Bedeutung des Projekts:
„Der Märchenwald ist für mich weit mehr als eine schön gestaltete Fläche. Er gibt Kindern und jungen Menschen Raum für Bewegung, gemeinsames Spielen und Aktivitäten, bei denen sie miteinander etwas erleben können. Solche besonderen Orte schaffen Verbindung für ein gegenseitiges Miteinander und Achtsamkeit. Spenden helfen uns ganz konkret dabei, solche Lernräume zu schaffen und Gemeinschaft zu erleben.“
Der Märchenwald macht damit deutlich, dass Spenden nicht nur finanzielle Unterstützung bedeuten. Sie schaffen konkrete Möglichkeiten, Menschen zu fördern, Gemeinschaft zu stärken und Lebensqualität zu verbessern.
Vier Skulpturen als Zeichen gemeinschaftlichen Engagements
Eine besondere Geschichte erzählt die Fuchsskulptur, die heute auf einem Sandsteinsockel mitten im Märchenwald steht. Jonas hatte sie im Rahmen des Workshops gestaltet. Die Vorlage dafür stammte aus einer Lerngruppe des Pilgerhauses.
Gemeinsam mit drei weiteren Figuren ist der Fuchs heute Teil des Erlebnisraums. Die Skulpturen sind nicht nur dekorative Elemente, sondern erinnern auch daran, dass junge Menschen selbst etwas Bleibendes schaffen können.
Was mit einer Idee, viel Engagement und einer gemeinsamen Vision begann, ist inzwischen zu einem besonderen Ort für Kinder und Jugendliche in Weinheim geworden. Der Märchenwald zeigt, wie wertvoll es ist, jungen Menschen Raum zu geben – zum Ausprobieren, zum Lernen und vor allem zum gemeinsamen Erleben.



