Guter Zuspruch, moderne Ausbildung und erfolgreiche Jugendarbeit machen die Brandschützer zur tragenden Säule der Stadtgesellschaft
Weinheim. Während viele Freiwillige Feuerwehren in Deutschland über Nachwuchsprobleme klagen, meldet die Freiwillige Feuerwehr Weinheim eine erfreuliche Entwicklung: mehr Mitglieder, starke Jugendarbeit und ein wachsender Fokus auf Bevölkerungsschutz.
Beim Bilanz-Pressegespräch im Feuerwehrzentrum zog Kommandant Ralf Mittelbach gemeinsam mit seinem Führungsteam ein positives Fazit – trotz hoher Einsatzdichte und zunehmender Komplexität.
Mehr Mitglieder, mehr Vielfalt, mehr Schlagkraft
Die aktive Wehr zählt aktuell 294 Einsatzkräfte – das sind 18 mehr als im Vorjahr. Besonders erfreulich: Der Frauenanteil wächst deutlich. 57 Feuerwehrfrauen engagieren sich inzwischen im aktiven Dienst (Vorjahr: 46).
Neben Quereinsteigern zahlt sich vor allem die Nachwuchsarbeit aus:
- 112 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr
- 53 Kinder in der Kinderfeuerwehr
Social-Media-Kampagnen und kreative Aktionen – etwa eine Sticker-Initiative – sorgen dafür, dass die Feuerwehr bei jungen Menschen präsent bleibt.
Auch die Qualifikation steigt kontinuierlich:
- 166 Atemschutzträger
- 40 Gruppenführer
- 44 Zugführer
„Nicht nur die Zahl, auch die Qualität stimmt“, betont Mittelbach.
824 Einsätze: Hilfe in jeder Lage
Das Jahr 2025 brachte 824 Einsätze – nur leicht weniger als im Vorjahr. Das Spektrum zeigt, wie vielseitig die Aufgaben sind:
- rund 300 technische Hilfeleistungen
- fast 100 Brandeinsätze
- etwa 100 First-Responder- bzw. Helfer-vor-Ort-Einsätze
- 16 Überlandhilfen
- fast 40 psychosoziale Notfälle
- rund 130 Sicherheitswachen bei Veranstaltungen
Damit ist die Feuerwehr längst mehr als klassische Brandbekämpfung – sie ist ein unverzichtbarer Teil der kommunalen Daseinsvorsorge.
Bevölkerungsschutz wird strategisch ausgebaut
in klarer Schwerpunkt lag 2025 auf dem Bevölkerungsschutz.
Mit Thorsten Gutschalk verstärkt ein ausgewiesener Experte das Team und entwickelt Konzepte für größere Schadenslagen – etwa Naturereignisse oder langanhaltende Krisensituationen. Auch die Sireneninfrastruktur wird überprüft und modernisiert.
Parallel dazu setzt die Wehr stark auf Prävention:
Fast 500 Kinder und Jugendliche wurden in Brandschutz und Sicherheit geschult. Zusätzlich gab es Angebote für Seniorinnen und Senioren, Menschen mit Migrationshintergrund und Menschen mit Behinderung.
Enge Zusammenarbeit mit der Stadt
Auch die Kooperation mit der Stadtverwaltung läuft reibungslos. Bürgermeister und Feuerwehrdezernent Andreas Buske hob die Bedeutung der Feuerwehr als „Baustein der Wohlfühlstadt“ hervor.
Gemeinsam wurden Ersatzbeschaffungen für drei Mannschaftstransportwagen angestoßen, zudem beteiligt sich die Wehr an einer landesweiten Sammelbeschaffung über Land Baden-Württemberg.
Ein weiteres Signal setzte die Feuerwehr mit der Ausrichtung des Bundeskongresses „Netzwerk Feuerwehr Frauen“, der Impulse für mehr Gleichberechtigung im Ehrenamt gab.
„Sicherheit ist keine Selbstverständlichkeit“
Das Fazit von Mittelbach fällt klar aus:
Sicherheit entstehe durch Ausbildung, Engagement, Ehrenamt und Zusammenarbeit.
Die Feuerwehr verstehe sich als fester Bestandteil von Weinheim – verlässlich, professionell und immer einsatzbereit.




