Tradition des Roten Kreuzes erinnert an die Wurzeln der Humanität
Mit der Fiaccolata erinnert die internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung jedes Jahr an die Opfer der Schlacht von Solferino im Jahr 1859, die spontane Hilfe der Bevölkerung und die Entstehung des Roten Kreuzes. Höhepunkt ist ein Fackelzug von Solferino nach Castiglione delle Stiviere in Italien. Bereits im Vorfeld wandert eine symbolische Fackel durch zahlreiche Regionen Europas – darunter auch durch die Landesverbände des Deutschen Roten Kreuzes (DRK).
In diesem Jahr machte die Fiaccolata auch Station an der badischen Bergstraße. Der DRK-Kreisverband Mannheim beteiligte sich mit einer besonderen Aktion und setzte damit ein sichtbares Zeichen für Humanität, Zusammenhalt und ehrenamtliches Engagement.
Neue Idee: Jede Region erhält ihre eigene Fiaccolata-Fackel
Der DRK-Landesverband Baden-Württemberg entschied sich 2025 für ein neues Konzept. Statt einer einzigen Fackel, die durch das gesamte Bundesland getragen wird, erhielten die Kreisverbände die Möglichkeit, zeitgleich mit eigenen Fackeln individuelle Aktionen vor Ort zu gestalten.
Für den DRK-Kreisverband Mannheim übernahmen Kreisbereitschaftsleiterin Jennifer Matthäus und Präsidiumsmitglied Prof. Dr. Rudolf Large die Mannheimer Fackel im DRK-Landesmuseum in Geislingen. Nach ersten Stationen in Mannheim wurde die Fackel schließlich nach Weinheim gebracht.

Mit dem Fahrrad durch das Kreisverbandsgebiet
Die Idee von Prof. Dr. Rudolf Large war ebenso symbolträchtig wie nachhaltig: Das Licht der Fiaccolata sollte mit dem Fahrrad durch den nordöstlichen Teil des Kreisverbandsgebiets getragen werden.
Der Start erfolgte im Weinheimer Schlosshof. Trotz strömenden Regens machten sich die ersten Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf den Weg. Verabschiedet wurden sie von Bürgermeister Andreas Buske, Kreisgeschäftsführer Dr. Sándor Mohácsi sowie zahlreichen haupt- und ehrenamtlichen Rotkreuzlern.
Im Verlauf der Tour schlossen sich weitere Radlerinnen und Radler an. Die Altersspanne der insgesamt elf Teilnehmenden reichte dabei von fast elf bis 82 Jahren – ein eindrucksvolles Zeichen für generationenübergreifendes Engagement im Roten Kreuz.
Stationen in Hemsbach, Laudenbach, Heddesheim und Hirschberg
Die erste Station führte die Gruppe zunächst zum DRK-Second-Hand-Laden in Weinheim, bevor die Fahrt Richtung Norden fortgesetzt wurde.
In Hemsbach empfingen Bürgermeister Jürgen Kirchner sowie Vertreter des Ortsvereins die Gruppe und nahmen das symbolische Licht der Hoffnung sowie einen Fiaccolata-Wimpel entgegen.
Anschließend führte die Route nach Laudenbach. Dort wurden die Kleiderstube, der bisherige Standort des Ortsvereins sowie dessen neues Quartier besucht. Auch hier wartete ein herzlicher Empfang auf die Teilnehmer.
In Heddesheim hatten die DRK-Kameradinnen und Kameraden eine Fotopräsentation mit Eindrücken der Fiaccolata in Italien vorbereitet. Gemeinsam mit Bürgermeister-Stellvertreter Rainer Hege wurde die Fackel feierlich übernommen.
Über Schriesheim, wo die Mobile Tafel des Kreisverbands regelmäßig Halt macht, ging es schließlich nach Leutershausen. Dort begrüßten Vertreter des Ortsvereins Hirschberg und des Jugendrotkreuzes die Gruppe und sorgten für eine Stärkung vor der letzten Etappe.


45 Kilometer für ein leuchtendes Zeichen der Humanität
Nach insgesamt 45 Kilometern erreichte die Gruppe das DRK-Quartier West in Weinheim. Dort wurden die Teilnehmer von Mitarbeitenden verschiedener Einrichtungen des Kreisverbands empfangen, darunter Rettungsdienst, Hausnotruf, Frauenberatungsstelle und Tagespflege.
Zum Abschluss zog Prof. Dr. Rudolf Large ein positives Fazit:
„Mit der Fackel und ihrem Licht haben wir ein Zeichen gesetzt, ein leuchtendes Zeichen der Humanität.“
Die Aktion habe unterwegs viel Zuspruch und Wertschätzung erfahren und die Beteiligten in ihrem Engagement bestärkt. Für viele werde dieser besondere Tag lange in Erinnerung bleiben.
Fiaccolata zieht weiter nach Bayern
Mit der Rundfahrt endete die Fiaccolata im DRK-Kreisverband Mannheim. Die Fackel wird nun im Rahmen einer Abschlussveranstaltung in Nürtingen an den DRK-Landesverband Baden-Württemberg zurückgegeben. Anschließend setzt sie ihre Reise fort und wird an das Bayerische Rote Kreuz übergeben, bevor sie schließlich ihren Weg zum internationalen Fiaccolata-Ereignis nach Italien findet.
Die Fiaccolata bleibt damit ein starkes Symbol für Mitmenschlichkeit, Solidarität und die Werte, für die das Rote Kreuz weltweit steht.




