Alexandra Kriegel startet Wahlkampf zur OB-Wahl in Weinheim

Großer Andrang beim Wahlkampfauftakt in der Ulner Kapelle Foto: Gunnar Fuchs

Der Wahlkampf zur Oberbürgermeisterwahl in Weinheim hat offiziell begonnen: Kandidatin Alexandra Kriegel stellte sich erstmals öffentlich den Bürgerinnen und Bürgern vor. Der Auftakt fand in der historischen Ulner Kapelle statt – und stieß auf großes Interesse. Die Kapelle war bis auf den letzten Platz gefüllt

Unter den Gästen waren auch prominente Persönlichkeiten aus Weinheim: die Ehrenbürgerin und Schriftstellerin Ingrid Noll sowie die ehemaligen Oberbürgermeister Heiner Bernhard und Uwe Kleefurt.

Die Eröffnung übernahm der Filmkomponist Biber Gullatz, Sohn von Ingrid Noll. In seiner Begrüßung betonte er die Bedeutung von Verbundenheit mit der Stadt, Verwaltungserfahrung und dem Zusammenführen von Menschen – Werte, die auch für die kommunale Politik entscheidend seien. Ich freue mich, dass wir eine Weinheimer in als Kandidatin gefunden haben und von mir erhält Sie die volle Unterstützung, so Gullatz.

Alexandra Kriegel: „Ich kandidiere für meine Heimatstadt“

In ihrer Rede sprach Alexandra Kriegel zunächst über ihre persönliche Motivation. Die Kandidatin lebt seit rund 20 Jahren in Weinheim, hat hier geheiratet und ihre beiden Söhne gehen in der Stadt zur Schule.

„Ich wollte nie irgendwo anders kandidieren – nur hier in Weinheim“, sagte Kriegel vor den Gästen.

Gerade diese enge Verbindung zur Stadt wolle sie im Wahlkampf deutlich machen. Als Weinheimerin kenne sie das Lebensgefühl der Stadt und die Herausforderungen vor Ort besonders gut.

Ziele im Wahlkampf: Haushalt, Zusammenarbeit und Mobilität

Im Mittelpunkt ihrer politischen Ziele stehen mehrere zentrale Themen für die Zukunft der Stadt Weinheim.

Solide Finanzen für zukünftige Investitionen

Ein Schwerpunkt ist die Stabilisierung des städtischen Haushalts. Kriegel erklärte, sie habe die jüngste Haushaltsdebatte im Gemeinderat aufmerksam verfolgt.

Der aktuelle Haushalt sei beschlossen, doch das strukturelle Defizit werde die Stadt weiterhin beschäftigen. Ziel müsse es sein, eine solide finanzielle Grundlage zu schaffen, um Investitionen in Bildung, Sport und Kultur langfristig zu sichern.

Mehr Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Bürgern

Als ausgebildete Change Managerin in Mannheim möchte Kriegel außerdem neue Impulse in der Verwaltung setzen. Wichtig sei eine offene Kommunikation und eine bessere Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und Bürgerschaft.

„Sachorientierte Zusammenarbeit ist entscheidend“, sagte sie. Als Naturwissenschaftlerin habe sie gelernt, Entscheidungen faktenbasiert zu treffen. Gleichzeitig gehöre zu guter Politik auch manchmal ein klares Nein.

Verkehr: Miteinander statt Gegeneinander

in weiteres wichtiges Thema ist die Mobilität in Weinheim. Kriegel setzt auf ein ausgewogenes Verkehrskonzept, das alle Verkehrsteilnehmer berücksichtigt.

Autofahrer, Fußgänger, Radfahrer und Nutzer von E-Scootern müssten gemeinsam gedacht werden. Ziel sei ein Miteinander im Verkehr statt Konflikten zwischen den verschiedenen Gruppen.

Unterstützung aus Familie und Politik

Im Interview nach ihrer Vorstellung zeigte sich Kriegel optimistisch. In den vergangenen Wochen habe sie bereits viele positive Begegnungen erlebt.

Besonders wichtig sei ihr dabei die Unterstützung ihrer Familie. Ihr Mann und ihre beiden Söhne würden sie aktiv im Wahlkampf begleiten.

Politisch wird Kriegel von der SPD unterstützt. Sie betonte jedoch, sich als unabhängige Kandidatin für das Amt der Oberbürgermeisterin zu verstehen. Kommunalpolitik in Baden-Württemberg sei stark sachorientiert – Mehrheiten müssten oft über Parteigrenzen hinweg gefunden werden.

Diskussion über Klimaschutz und Wohnungsbau

Nach der Vorstellung folgte eine offene Fragerunde mit den Gästen. Dabei ging es unter anderem um Themen wie kommunalen Wohnungsbau, Klimaschutz und soziale Fragen.

Beim Klimaschutz plädierte Kriegel dafür, nicht nur neue Regeln aufzustellen. Wichtig sei es auch, ein stärkeres Bewusstsein für nachhaltiges Handeln zu schaffen.

Zum Abschluss des Abends entwickelte sich eine lebhafte Diskussion unter den Besuchern. Der Wahlkampfauftakt klang schließlich bei Musik sowie einem Glas Sekt oder Apfelsaftschorle aus.

Fest steht: Der Wahlkampf zur Oberbürgermeisterwahl in Weinheim wird kurz, aber intensiv – und Alexandra Kriegel möchte die kommenden Wochen nutzen, um möglichst viele Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern zu führen.