Weinheim setzt auf klimaresiliente Gehölze
Weinheim pflanzt rund 50 neue Bäume im Stadtgebiet und stärkt damit nachhaltig Klima, Umwelt und Lebensqualität. Mit mittlerweile über 10.500 Bäumen setzt die Stadt konsequent auf grüne Zukunftsvorsorge.
Klimawandel erfordert neue Strategien bei der Baumpflanzung
Einfach einen Baum pflanzen – das war einmal. In Zeiten des Klimawandels braucht es heute deutlich mehr Fachwissen, Planung und Weitblick. Genau darauf setzt die Stadt Weinheim aktuell bei ihrer neuen Baumpflanzaktion: Seit Weihnachten werden bewusst in der kalten Jahreszeit rund 50 neue Bäume im gesamten Stadtgebiet gesetzt.
„Es kommen nicht mehr alle Arten infrage“, erklärt Raphael Schleweis, Baumexperte im Amt für Verkehrsanlagen und Grünflächen. Gepflanzt werden vor allem widerstandsfähige Arten wie Eschen, Ulmen, Linden, aber auch Ahorn, sofern der Standort geeignet ist. Ziel ist es, Bäume zu pflanzen, die Hitze besser vertragen und weniger Bewässerung benötigen.

Orientierung an wissenschaftlichen Empfehlungen
Bei der Auswahl der Baumarten greift die Stadt – wie viele andere Kommunen – auf die Empfehlungen der sogenannten GALK-Liste zurück. Diese Liste der Grünflächen-Amtsleiter-Konferenz wird regelmäßig von Hochschulen aktualisiert und bietet eine fundierte Grundlage für klimaangepasste Stadtbegrünung.
Nachhaltiger Baumbestand: Mehr Neupflanzungen als Fällungen
Jedes Jahr pflanzt Weinheim zwischen 40 und 50 neue Bäume. Etwa genauso viele müssen im gleichen Zeitraum entfernt werden – etwa aus Gründen der Verkehrssicherheit, wegen Krankheiten oder leider auch durch Vandalismusschäden. Dennoch bleibt die Bilanz positiv:
„Wir sind jedes Jahr leicht im Plus“, so Schleweis. Aktuell zählen rund 10.500 Bäume im gesamten Stadtgebiet – von der Kernstadt bis in die Ortsteile.
Diese Bäume leisten nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Luftreinhaltung und Kühlung der Stadt, sondern müssen auch regelmäßig kontrolliert und gepflegt werden, etwa wenn Äste Verkehrswege beeinträchtigen
Präzisionsarbeit im öffentlichen Raum
Eine Baumpflanzung im städtischen Raum ist alles andere als banal. An diesem kalten Januarmorgen ist Gärtnermeister Jürgen Eck, Vorarbeiter der Grünflächenabteilung, gemeinsam mit Dienstleister Thomas Hördt im Einsatz. Jeder Baum wird individuell behandelt: Pflanzgruben von rund zwei Kubikmetern werden ausgehoben, mit speziellem Substrat und Dünger befüllt und die jungen, zwei bis drei Meter hohen Bäume fachgerecht eingesetzt.

Anschließend stabilisieren Mitarbeiter des Bauhofs die Gehölze mit Holzgestellen, um ihnen sicheren Halt zu geben. Vor jeder Pflanzung wird zudem geprüft, dass im Untergrund keine Leitungen oder Kabel beschädigt werden.
Kalte Jahreszeit als idealer Pflanzzeitpunkt
Der aktuelle Frost stellt für die neuen Bäume kein Problem dar. Im Gegenteil: Die vegetationsfreie Winterzeit ist ideal, um Gehölze zu verpflanzen. Wenn alles gut verläuft, treiben die ersten Bäume bereits in sechs bis acht Wochen aus.
Wer derzeit aufmerksam durch Weinheim geht, entdeckt überall junge Bäume, die Lücken schließen oder neue Grünstreifen aufwerten – ein sichtbares Zeichen für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Stadtentwicklung.



