100.000 € Sonderzuschuss für Kunstrasenplatz

Weinheimer Gemeinderat setzt deutliches Signal – trotz knapper Kassen

Der Weinheimer Gemeinderat hat einstimmig einen Sonderzuschuss für den neuen Kunstrasenplatz im Sepp-Herberger-Stadion bewilligt. Die Entscheidung gilt als klares politisches Bekenntnis zum Vereinssport in der Stadt – allerdings in Zeiten, in denen an anderer Stelle gespart werden muss.

Laut Beschluss erhält die TSG Weinheim einen kommunalen Sonderzuschuss von 100.000 Euro, ergänzt durch reguläre Sportfördermittel, sodass insgesamt rund 120.000 Euro aus der Stadtkasse fließen. Die Gesamtkosten des Projekts werden von der TSG auf etwa 400.000 Euro geschätzt. Die städtische Beteiligung ist Voraussetzung für weitere Fördermittel durch den Badischen Sportbund.

Intensiv genutzt – aber auch teuer

Wie Oberbürgermeister Manuel Just erklärte, handelt es sich beim bestehenden Kunstrasenplatz im Sepp-Herberger-Stadion um den wohl am stärksten frequentierten Platz in Weinheim. 21 Mannschaften der TSG und des FC United nutzen ihn regelmäßig. Der aktuelle Belag ist nach 13 Jahren abgenutzt – eine längere Lebensdauer wäre laut Verwaltung unrealistisch.

Zudem verweist die Stadt auf verbesserte ökologische Standards bei modernen Kunstrasensystemen. Umweltfragen, Mikroplastik und Entsorgungskosten bleiben dennoch Themen, die in der Debatte kaum angesprochen wurden.

Zustimmung ohne Gegenstimme – doch kritische Stimmen fehlen

Die Entscheidung fiel ohne Gegenstimmen. Mehrere Fraktionen betonten den hohen gesellschaftlichen Wert des Ehrenamts und lobten das Engagement der Vereine. Dennoch stellt sich die Frage, ob ein sechsstelliger Zuschuss für einen einzelnen Verein zeitgemäß ist – insbesondere angesichts steigender Ausgaben im sozialen, kulturellen und infrastrukturellen Bereich.

Kritiker könnten fragen:

  • Warum wird über Alternativen oder Prioritäten kaum öffentlich diskutiert?
  • Welche Rolle spielen ökologische Folgen bei der Förderung von Kunstrasen?
  • Wie wird sichergestellt, dass andere Vereine und Sportarten nicht benachteiligt werden?

Mit dem Beschluss stärkt Weinheim den Vereinssport – nimmt aber auch bewusst in Kauf, dass andere Bereiche weiter auf Förderung warten müssen.