Soziales Wohnen in der Hildebrandschen Mühle

Weinheimer Gemeinderat gibt grünes Licht

Der Weinheimer Gemeinderat hat einstimmig den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan der historischen Hildebrandschen Mühle im Birkenauer Tal gefasst. Damit wird der Weg freigemacht für rund 80 geförderte Wohnungen in den bestehenden Mühlengebäuden sowie in ergänzenden Neubauten. Besonders positiv honoriert wurde das Engagement des Investors, der das Projekt konsequent vorangetrieben hat. Mit dem Beschluss entsteht verbindliches Baurecht – ein Baubeginn ist bereits im kommenden Jahr realistisch. Für die Stadt bedeutet dies den erfolgreichen Abschluss eines über 20-jährigen Entwicklungsprozesses an diesem historischen Standort.

Soziales Wohnen im Fokus

Parallel zur Entscheidung über die Hildebrandsche Mühle befasste sich der Gemeinderat erneut mit der allgemeinen Wohnraumsituation in Weinheim. Das bestehende Regelwerk aus dem Jahr 2017 zur Förderung von preisgünstigem Wohnraum wird aufgrund gesetzlicher Änderungen angepasst. Künftig entfällt das städtische Benennungsrecht, da dies Fördermittel des Landes gefährden würde. Stattdessen soll die Stadt als Vermittlerin zwischen Wohnungssuchenden und Investoren auftreten. Eine bedeutende Neuerung: In Bebauungsgebieten mit Reihenhäusern, Doppelhäusern oder Einfamilienhäusern sollen künftig 20 Prozent der entstehenden Wohneinheiten als preiswertes Wohneigentum für förderberechtigte Käufer reserviert werden. Diese müssen die Immobilie selbst nutzen.

Bildquelle Werner Buchwald

Aktueller Bedarf bleibt hoch

Derzeit verfügt die Stadt Weinheim über 451 eigene Wohnungen sowie 425 Mieterbenennungsrechte in Fremdeigentum. Dennoch liegen etwa 400 Anträge auf städtische Wohnungen vor – rund 60 Prozent der Antragstellenden beziehen Sozialleistungen. Der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum bleibt hoch. Laut bisheriger Regelung gilt: Bei Wohnbauprojekten mit über 1000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche müssen 20 Prozent der Mietwohnungen preisreduziert angeboten werden – davon zehn Prozent als Sozialwohnungen und zehn Prozent als preisgedämpfte Mietwohnungen.
Mit dem Projekt „Soziales Wohnen in der Hildebrandschen Mühle“ setzt Weinheim ein deutliches Zeichen für zukunftsorientierte Stadtentwicklung und bezahlbaren Wohnraum.