Mit einer feierlichen Gemeinderatssitzung im Rolf-Engelbrecht-Haus hat Michael Möslang am Mittwoch offiziell sein Amt als Oberbürgermeister der Stadt Weinheim angetreten. Nach seiner erfolgreichen Wahl im Mai wurde der 42-jährige Diplom-Verwaltungswirt nun vereidigt und kündigte an, Weinheim mit einer „Kultur des Möglichmachens“ weiterentwickeln zu wollen.
Zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung und Bürgerschaft begleiteten die Amtseinführung, die zugleich die erste dieser Art für den neuen Regierungspräsidenten Alexander Föhr war.
Amtseid und klares Bekenntnis zu Weinheim
Die formelle Verpflichtung erfolgte durch die ehrenamtliche Stellvertreterin des Oberbürgermeisters, Christina Eitenmüller. Mit dem Amtseid versprach Michael Möslang, die Rechte der Stadt gewissenhaft zu wahren und das Wohl ihrer Bürgerinnen und Bürger nach Kräften zu fördern.
In seiner Antrittsrede machte der neue Oberbürgermeister deutlich, dass er auf Bewährtem aufbauen möchte.
„Ich komme nicht nach Weinheim, um diese Stadt neu zu erfinden. Weinheim ist eine starke und selbstbewusste Stadt.“
Statt grundlegender Veränderungen wolle er erfolgreiche Projekte fortführen und dort neue Wege gehen, wo die Herausforderungen der Zukunft neue Antworten verlangten.


„Ein Nein darf nicht das Ende der Prüfung sein“
Besonders deutlich wurde Möslang bei seinem Verständnis moderner Verwaltung. Er kündigte an, Entscheidungen transparent zu erklären und stets nach Lösungen zu suchen.
„Ein Nein darf in unserer Verwaltung nie das Ende der Prüfung sein.“
Diese Haltung beschrieb er als „Kultur des Möglichmachens“, die er in der Stadtverwaltung vorleben möchte. Bürgerinnen und Bürger sollen ihn künftig nicht nur im Rathaus antreffen, sondern auch im Alltag – beim Einkaufen, in der Fußgängerzone, über soziale Medien oder in Bürgersprechstunden.
Klimawandel, Digitalisierung und demografischer Wandel im Fokus
Inhaltlich setzte Michael Möslang bereits erste Schwerpunkte für seine Amtszeit. Zu den wichtigsten Aufgaben zählen für ihn:
- Klimawandel
- Demografischer Wandel
- Digitalisierung der Verwaltung und kommunalen Dienstleistungen
Mit diesen Themen wolle er die Entwicklung Weinheims in den kommenden acht Jahren aktiv gestalten.
Regierungspräsident Alexander Föhr würdigt den neuen Oberbürgermeister
Regierungspräsident Alexander Föhr gratulierte dem neuen Oberbürgermeister persönlich und hob dessen kommunale Erfahrung hervor.
Er bezeichnete Möslang als Verwaltungschef, der die kommunale Praxis von Grund auf kenne und wisse, wie Projekte erfolgreich umgesetzt werden. Gerade in Zeiten großer Veränderungen brauche es Menschen mit Verlässlichkeit, klarer Orientierung und Dialogbereitschaft.
Föhr betonte außerdem die besondere Bedeutung der Kommunen für das Vertrauen in den Staat. Themen wie Wohnraumschaffung, Digitalisierung, Klimaschutz oder kommunale Finanzen würden nicht abstrakt diskutiert, sondern müssten vor Ort konkret gelöst werden.
Gemeinsame Verantwortung für die Zukunft Weinheims
Auch Vertreter des Gemeinderates und der kommunalen Familie unterstrichen die Bedeutung einer konstruktiven Zusammenarbeit.
CDU-Stadtrat Holger Haring erinnerte daran, dass das Amt des Oberbürgermeisters Führungsstärke, Entscheidungsfreude, Weitblick und Bodenhaftung gleichermaßen verlange.
Laudenbachs Bürgermeister Benjamin Köpfle sprach von einer „guten Wahl“ für Weinheim und appellierte an alle politischen Kräfte, parteiübergreifend zusammenzuarbeiten. Sein augenzwinkernder Hinweis sorgte für Schmunzeln:
„Denn ein Schlagloch hat kein Parteibuch.“
Bürgerfest zum Start einer neuen Amtszeit
Nach dem offiziellen Teil nutzten zahlreiche Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, beim kleinen Bürgerfest neben der Heidi-Mohr-Halle mit dem neuen Oberbürgermeister ins Gespräch zu kommen. Bei Woinemer Bier und Weinheimer Wein wurde über die Zukunft der Stadt diskutiert.
Für den musikalischen Rahmen sorgte der Weinheimer Akkordeon-Club, der unmittelbar nach der Vereidigung mit „Simply the Best“ den passenden Schlusspunkt unter eine gelungene Amtseinführung setzte.
Mit seinem Versprechen von Einsatz, Verlässlichkeit und einer „Kultur des Möglichmachens“ hat Michael Möslang die Richtung seiner Amtszeit klar vorgegeben. Nun beginnt für den neuen Oberbürgermeister die Aufgabe, diese Ziele gemeinsam mit Gemeinderat, Verwaltung und Bürgerschaft Schritt für Schritt in die Praxis umzusetzen.




